Tagebuch meiner Krankheit
Update:20.12.2007
| Ich habe beschlossen, meine Erlebnisse und Gedanken
während der Bewältigung meiner Erkrankung niederzuschreiben,
bevor ich die Hälfte vergesse. Ich möchte Euch allen hiermit
nochmals unendlich danken für all die Unterstützung und
die Liebe, die ich in den letzten Wochen von Euch erfahren habe! |
Donnerstag 23. Oktober 2003
Besuch beim HNO-Arzt Dr. Dillinger in Wil wegen
Knoten am Hals resp. Zunge. Ich hatte auch Kieferschmerzen nach dem Zahnarztbesuch.
Dr. Dillinger untersuchte mich und entnahm Gewebeproben für das Labor.
Freitag 31. Oktober 2003
13.55 Uhr Termin bei Dr. Dillinger für die
Laborergebnisse. Er hat mir kurz gesagt, dass die Proben positiv dh. bösartige
Karzinome sind und ich am Montag den 3. Nov. 2003 18.15 Uhr ins Spital
Stephanshorn St.Gallen zu einem MRI Untersuch in die Röhre muss.
Samstag 1. November 2003
In einem totalen Tief verbrachten wir (die ganze
Familie) das Wochenende. Ich telefonierte auch mit Hugo Müller, ob
ich die Bemer-Matte noch weiter benutzen dürfe.
Am Nachmittag besuchten uns Oski und Ruth Derrer. Sie berichteten uns
von Dr.med.
Friesewinkel in Basel. Yvonne Forster hat mir einige positive
Links zur Krankheit und Genesung gemailt.
Montag 3. November 2003
Ich ging am Morgen ins Geschäft und
delegierte nach der Sitzung noch diverse Arbeiten. Mein Chef Andreas Zehnder
nahm mir sofort die wichtigsten Arbeiten ab und meinte, ich solle jetzt
in erster Linie für mich schauen.
Martina telefonierte mit Frau Gers-Friesewinkel,
welche ihr erklärte, dass ich am Nachmittag mit Ihrem Mann telefonieren
sollte. Ich telefonierte um 14.30 Uhr Herrn Dr. Friesewinkel, welcher
mich bei einem langen Gespräch wieder aus dem Tief heraus holte und
mir die Komplementär-Medikamente per Post zustellte.
Martina begleitet mich um 18.00 Uhr in die Klinik
Stephanshorn St.Gallen. Ich musste in die Röhre und wurde ca. 20
Min. gescannt. Danach noch einmal 20 Min. mit Kontrastmittel. Die Bilder
konnten wir mitnehmen und Martina konnte sie am Dienstag bei Dr. Dillinger
vorbeibringen die Berichte wurden direkt an den Arzt gesandt.
Mittwoch 5. November 2003
Morgens ein Telefon von Dr. Dillinger betreff
Krankenkasse. Ob ich privat oder allgemein versichert bin, damit er mich
in Zürich oder St.Gallen anmelden kann. Nach Rücksprache mit
CSS konnte ich mich ans Universitätsspital Zürich anmelden lassen.
Neuer Termin um 18.45 Uhr bei Dr. Dillinger betreff Diagnose.
Diesmal klärte uns Dr. Dillinger sehr ausführlich über
die Krankheit auf und die Möglichkeiten einer Behandlung. Danach
ging es mir wieder etwas besser. Herr Dillinger nahm die Unterlagen am
Donnerstag mit ans Universitätsspital Zürich, weil er dort eine
Schulung bei Prof. Dr. Schmid hatte. Dabei hatte er mich auch persönlich
angemeldet.
Donnerstag 6. November 2003
Martina hat die ärztlichen Unterlagen an
Herrn Dr. Friesewinkel nach Basel zur Begutachtung gefaxt.
Dienstag 11. November 2003
Dr. Friesewinkel schreibt uns einen Brief und
meint, die Diagnose sei zwar nicht zum Jubeln, aber auch nicht zum im
Boden versinken. Er empfahl uns noch eine Diagnose von Prof. Dr. Glanzmann
Universitätsspital Zürich einzuholen.
Mittwoch 12. November 2003
Martina telefonierte Dr. Dillinger betreff Universitätsspital
Zürich. Wir bekommen das Aufgebot direkt von dort sagte Herr Dr.
Dillinger.
Donnerstag 13. November 2003
Martina telefonierte wieder mit Dr. Dillinger,
ob sie selber im Universitätsspital Zürich anrufen soll. Dr.Dillinger
sagte, er rufe an und gebe uns Bescheid. Er rief uns sofort zurück
und sagte, dass ich am Montag 24. November in Zürich einrücken
muss und am Dienstag operiert werde.
Martina telefonierte mit Dr. Friesewinkel, der uns dringenst noch bat
einen Termin mit Prof. Dr. Glanzmann Onkologie Universitätsspital
Zürich abzumachen vor der Operation.
Nach einigen Telefonaten mit dem Sekretariat, welches uns mitteilte, dass
Dr. Glanzmann nun 2 Wochen im Urlaub ist, konnten wir dennoch einen Termin
erreichen ( wahrscheinlich durch Dr. Friesewinkel). Dr. Glanzmann unterbricht
seinen Urlaub und wird mich am 18. November noch untersuchen.
Dienstag 18. November 2003
Termin bei Prof. Dr. Glanzmann um 10.30 Uhr.
Wir müssen vorher im "ORL" von Prof. Dr. Schmid die ärztlichen
Unterlagen abholen und mitbringen.
Prof.
Dr. Glanzmann hat mich untersucht und mit uns ausführlich
gesprochen. Er meinte, dass eine Strahlenbehandlung kombiniert mit einer
leichten Chemo, ideal wäre und rief auch Frau Prof. Dr. Huguenin
dazu. Frau Huguenin nimmt am 19. November an der Besprechung mit Herr
Prof. Dr. Schmid teil und wird meinen Fall vorbringen. Herr Glanzmann
meinte, dass eine PET-CT ideal wäre, jedoch vom Bundesamt nicht als
Leistung anerkannt ist. Er sieht eine gute Chance den Tumor mit der Primärbestrahlung
zu entfernen. Danach müsste noch das Lymphsystem am Hals operativ
entfernt werden. Das Risiko bei den Lymphknoten sei zu gross (40%), wenn
man sie nicht entfernt.
| |
Prof. Dr. med. Ch. Glanzmann
Molekularbiologische Forschungen haben eine wichtige
Bedeutung von Rezeptoren für Wachstumsfaktoren auf verschiedenen
Tumorzellen für das Wachstum von Tumorzellen gezeigt. Ebenfalls
aus der Forschung der Molekularbiologie sind neue Substanzen entwickelt
worden, die eine selektive Blockierung dieser Rezeptoren bzw. der
Signalübertragung von diesen Rezeptoren in den Zellkern bewirken
und damit das Wachstum von Krebszellen hemmen können. Nachdem
eine Reihe experimenteller Befunde in Tierversuchen und an Zellkulturen
eine Verstärkung der Wirkung ionisierender Strahlen auf Krebszellen
gezeigt haben, werden solche Substanzen auch in der Krebsbehandlung
am Menschen untersucht. Unsere Klinik hat bereits zwischen 2000
und 2002 an einer grossen internationalen Studie der Phase 3 über
eine Bestrahlung bei gleichzeitiger Gabe eines Antikörpers
gegen gewisse Wachstumsfaktor-Rezeptoren bei Patienten/Innen mit
fortgeschrittenen Karzinomen der Kopf-Halsregion teilgenommen. Die
Ergebnisse dieser Studie werden derzeit ausgewertet. Seit Herbst
2002 wurde eine weitere Studie zur Untersuchung einer Bestrahlung
unter gleichzeitiger Gabe einer Substanz, welche die Funktion des
Wachstumsfaktor-Rezeptors blockiert, begonnen (IRESSA®)
PET (Positronen Emissions Tomografie)
ist ein modernes bildgebendes Verfahren zur Darstellung von verschiedenen
Stoffwechselvorgängen des Körpers. Dazu wird eine kleine
Menge einer leicht strahlenden Substanz in eine Armvene injiziert,
die über den Blutkreislauf zu den verschiedenen Organen und
Zellen gelangt und dort aufgenommen wird. Je nach verwendeter Substanz
können andere Stoffwechselvorgänge sichtbar gemacht werden. |
Donnerstag 20. November 2003
Frau Prof. Dr. Huguenin hat heute 9.00 Uhr bei
uns angerufen und uns die Ergebnisse der Besprechung vom Mittwoch mitgeteilt.
Herr Prof. Dr. Schmid sei auch der gleichen Meinung für eine Primärbestrahlung.
Er wolle mich jedoch noch am Dienstag 25.11. selber ansehen. Das PET-CT
ist bewilligt worden und wird an diesem Dienstag den 25.11. ausgeführt.
Sie meinte, dass die Lage des Tumors sehr gut für eine primäre
Bestrahlung sei.
Sonntag 23. November 2003
Die Stimmung ist gemischt, morgen einrücken
ins Unispital Zürich. Bruno Flück kommt um 12.00 Uhr vorbei
und bringt ein gutes Buch und viele Glückwünsche. Danach sind
Martina und ich auf Einladung von R.P. Zehnder zum Match FC-Wil gegen
FC-St.Gallen. 2:0 für Wil. Nach dem Match hat mir Dr. A.Dillinger
noch alles Gute für Zürich gewünscht.
Am Abend haben wir mit Rino und Angela noch eine Runde gejasst und den
Dessert verspiesen.
Montag 24. November 2003
8.00 Uhr Abfahrt nach Zürich. 9.30 Uhr Anmelden
im Hauptgebäude Nord2. Dann mit dem Lift ins Stockwerk F (zuoberst).
Dort werden wir von der Stationsschwester empfangen und ins Zimmer begleitet.
Um 10.00 Uhr erste Schwester für Blutentnahme, Blutdruck, Puls etc.
Dann 2. Schwester für EKG, danach Röntgen per Kurier in eine
anderes Gebäude (Lunge Torax etc). Alle Werte sind sehr gut. (Wenigstens
die Restgesundheit OK dachte ich)
Assistenzarzt Dr. Schahab stellt sich vor. Er bittet uns für eine
kurze Vorbesprechung in sein Zimmer zu kommen. Martina und ich gehen dahin.
Er untersucht meinen Hals mit der Sonde und Optik durch die Nase in den
Rachen. Danach wird eine Ultraschalluntersuchung von den Lymphknoten am
Hals gemacht. Er zeigt mir die Bilder und meint, es sei überall genug
Abstand zu der Halsschlagader. Bei einer Operation könnte höchstens
ein Nerv in Mitleidenschaft gezogen werden. Nun Stand noch das PET-CT
bevor. Wir haben grosse Angst, dass noch irgendwo Krebszellen vorhanden
sind. Um 14.00 Uhr wurde ich mit dem Shuttle unterirdisch ins NUK (Nuklearmedizin)
gebracht. Da wurde noch der Blutzucker gemessen und nochmals gewogen.
Nachher wurde mir eine radioaktive Zuckerlösung infusionert. Die
Krebszellen nehmen diese Nährlösung sofort auf und strahlen
dann beim CT. Nach 45 Min Dunkelkammer und 2 Flaschen Spezialdrink kam
ich in die Röhre. Da wurde zuerst ein normales CT gemacht und in
einem 2. Durchgang ein Strahlenbild überlagert. Darin sieht der Arzt
jede Zelle im Körper die leuchtet. Um 16.00 Uhr kam ich mit dem Shuttle
zurück. Danach war die Besprechung mit Prof. Dr. Schmid und Dr. Schahab.
Prof. Dr. Schmid sagte, dass es im ganzen Körper keine Fernmetastasen
gibt. Oh wir waren so erleichtert. Er sagte die nächste Untersuchung
am Dienstag sei bei Vollnarkose eine Panendoskopie. Da werden die Luftröhren
bis zur Lunge, die Speiseröhre der Kehlkopf etc. genau angeschaut,
sowie natürlich der Zungengrund mit dem Tumor auch. Er fragte was
ich meine, wenn sie bei der Untersuchung das Gefühl hätten,
dass der Tumor ohne grosse Probleme und Nachteile entfernt werden könnte,
ob sie dann operieren sollten? Ich sagte, wenn ich erwache und die (Grosse)
Operation sei auch gemacht worden würde ich mich sehr freuen.
18.00 Uhr die Narkoseärztin kommt vorbei und will auch alles wissen
was bei mir gesundheitlich ansteht. Sie sagt mir was für Risiken
eine Vollnarkose birgt und ich musste ein Narkoseformular unterschreiben.
18.30 letzte Malzeit...............
21.00 Uhr Martina muss leider gehen. Die Schwester sagt, dass ich um 10.00
Uhr vorgesehen sei und nicht vor 11.30 im Aufwachraum sei werde.
Martina verabschiedet sich und meint sie sei pünktlich bei erwachen
wieder hier.
Dienstag 25. November 2003
Kein Frühstück und nichts zu trinken.
Duschen und Spitalhemd anziehen.
8.30 Uhr Martina ist schon wieder da und tröstete mich. Um 9.30 Uhr
kam der Pfleger und verabreichte mir die ominöse pläm-pläm
Pille. 10.30 Uhr ich werde ins OP gerollt. Ich konnte noch aus eigener
Kraft auf den OP Tisch umsteigen. Danach wurde ich verkabelt, viele Monitore
und Überwachungsgeräte. Kabel fürs Herz Blutsauerstoff
etc. Dann bekam ich die Maske für Sauerstoff......... und ich war
sofort weg......................................
Martina wartete nach einem Frühstück in der Cafeteria und ich
kam und kam nicht aus dem OP.
Um 13.40 Uhr durfte sie kurz für 2 Min. zu mir in den Aufwachraum
und sagte mir, als ich die Augen öffnete, dass der Tumor bereits
total entfernt wurde und alle anderen Untersuchungen im Rachen-Halsraum
OK waren.
So gegen 17.00 Uhr wurde ich ins Zimmer gebracht wo Martina bereits auf
mich wartete. Ich fühlte mich wohl, wenn auch im Mund die Zunge geschwollen
war und ich den Speichel nicht schlucken konnte. Es wurde mir in der Narkose
eine Magensonde durch die Nase gesetzt für die Ernährung. Als
die Schwester kam und mich prüfte, sagte ich, dass ich im Mund einen
Fremdkörper habe. Sie schaute nach und meinte die Magensonde sei
zurückgerutscht und sei jetzt im Mund. Sie werde sie entfernen und
morgen werde der Arzt eine neue einsetzen. Um 19.00 Uhr kam Prof. Dr.
Schmid und sagte mir, dass alles sehr gut gegangen ist und der Tumor mit
genug Abstand im "Gesunden"
geschnitten werden konnte. Er musste jedoch auch die linke Mandel wegnehmen
und muss die Baustelle noch offen lassen. Die entfernten Gewebe werden
nun vom Labor Scheibchenweise untersucht und falls noch nicht überall
alles entfernt wurde kann noch nachgeschnitten werden bei der nächsten
Operation. Nach Feierabend kam auch Yves direkt vom Büro ins Spital
und ging dann erst um 21.00 Uhr mit Martina nach Hause. Ich sagte der
Schwester, dass ich jetzt den Speichel schlucken kann und meinte, ich
brauchte dann die schmerzhafte Sondeneinführung nicht mehr......Smile
Mittwoch 26. November 2003
Die Nacht war nicht so angenehm, viele Schmerzen
die jedoch von der Schwester sofort mit Schmerzmitteln behandelt wurden.
Das Schlucken machte sehr viel Mühe und Schmerzen. Ich konnte nur
etwas Tee trinken und ein wenig Kaffee und das nach 36 Stunden. Jetzt
konnte ich duschen und mir etwas anziehen. Bei der Visite um 10.00 Uhr
meinte Dr. Schahab, wenn ich sehr viel trinke könne die Infusionsflasche
entfernt werden. Um 13.00 Uhr kam Martina und die Schwester entfernte
mir die Infusion. Danach bummelten wir durch die Abteilungen zur Cafeteria.
Nach der Rückkehr trafen wir wieder auf Dr. Schahab, er erkundigte
sich nach meinem Befinden. Ich fragte wenn nichts mehr mit mir passiert
könnte ich ja auch zu Hause rumliegen. Bei der Visite kam Prof. Dr.
Schmid und Dr. Schahab. Dr. Schmid meinte ich könne morgen austreten
und wenn Komplikationen kommen sollten, müsse ich sofort nach SG
fahren. Die Operation für die Lymphknoten wurde in 14 Tagen vorgesehen.
Donnerstag 27. November 2003
Die Nacht war wieder nicht so toll. Beim Frühstück
brauchte ich 30 Min. für ein halbes Weggli!! Ich telefonierte Martina,
sie soll mich um 9.45 Uhr abholen.
Endlich wieder zu Hause. Es ging mir sofort besser und wir testeten, was
ich essen konnte.
Ich konnte jetzt Suppe und Müesli und auch schon Brot essen.
Freitag 28. November 2003
Endlich habe ich Zeit mein Tagebuch nachzuschreiben
bevor ich die Hälfte vergesse. Es geht wieder ein bisschen besser
mit essen. Ich habe die ganze Nacht gut geschlafen und geschnarcht! Smile
Samstag 29. November 2003
Die Nacht war nicht mehr so toll und am Morgen
hatte ich wieder starke Schmerzen. Gestern habe ich das Aufgebot für
die zweite Operation im Universitätsspital Zürich bekommen.
Ich muss am 8. Dezember um 10:00 Uhr einrücken und werde am 9.Dezember
operiert.
Bruno Flück telefonierte mir, ob ich noch an den Match Wil-SG U14
komme. Ich ging zum Match und habe mich sehr gut gefühlt.Oski
und Ruth Derrer und unsere beiden Jungs und Angie kamen nachher noch zu
Besuch
Sonntag 30. November 2003
Die Nacht war nicht mehr so toll und am Morgen
hatte ich wieder starke Schmerzen. Ich habe mich am Samstag etwas übernommen.
Konnte jedoch am Mittag etwas Suppe zu mir nehmen. Am Nachmittag gings
dann wieder besser, denn ich hatte kaum gesprochen.
Montag 1.Dezember 2003
Um 5.00 Uhr erwachte ich wegen starken Blutungen im Mundbereich. Ich sah
in der Toilette, dass das Blut unter der Zunge aus einer Arterie nur so
sprudelte. Durch meinen Lärm war auch Martina aufgewacht. Uns war
sofort klar, dass die mögliche Komplikation, von der uns die Aerzte
gewarnt haben, jetzt eingetreten ist. Nun hiess es sofort Kleider anziehen
und mit Vollgas nach Zürich oder St.Gallen. Wir entschieden uns für
Zürich, da meine Unterlagen auch alle da waren. Es war eine riskante
Sache, da die Blutung nicht nachliess. Um 5.50 Uhr sind wir in meiner
ehemaligen Abteilung bereits erwartet worden, da Martina bei rasender
Fahrt mit dem Handy bereits mit der leitenden Schwester telefoniert hatte.
Der Notfallarzt hat die Arterie chem. verödet und gesagt, ich solle
einen Tag hier bleiben. Erst jetzt wurde uns beiden bewusst, dass wir
riesen Glück gehabt haben, denn bei offener Arterie hätte ich
während der Fahrt verbluten können.
Ich bezog wieder mein gleiches Zimmer F930. Ich ging ins Bett zum schlafen
und Martina fuhr nach Hause um meine Sachen zu holen. Um 9.00 Uhr erwachte
ich wieder mit starken Blutungen. Die Aerztin Frau Dr. Geser wollte nach
Absprache mit Prof. Schmid, der gerade im OP war, noch zuwarten mit einer
Operation. Um 10.30 Uhr erneut sehr starke Blutungen und es wurde eine
sofortige Not-Operation beschlossen. Um 11.30 Uhr kam ich ins OP um 12.40
Uhr bereits wieder auf die Intensivstation. Dann ein sehr schmerzhafter,
langer Tag. Martina durfte um 13.00 Uhr zu mir und am Abend konnte auch
Yves mich kurz besuchen..
Dienstag 2. Dezember 2003
Nach einer wiederum sehr schmerzhaften langen Nacht, wurde mir um 5.00
Uhr, auf meinen Wunsch, die Magensonde gezogen, die mir noch zusätzliche
Schmerzen beim Schlucken verursachte hatte. Um 10.00 Uhr wurde ich wieder
auf mein Zimmer verlegt. Durch den hohen Blutverlust waren meine Blutwerte
etwas in den Keller geruscht. Kurz nach Mittag erfreute mich meine Schwester
Margrith von Freiburg mit einem kurzen Besuch. Bald darauf ist auch wieder
Martina zu uns gestossen.
Mittwoch 3 Dezember 2003
Habe die ganze Nacht gut geschlafen und auch schon gefrühstückt.
Der Blutdruck stimmt wieder und die Blutwerte steigen auch langsam wieder
in den grünen Bereich. So jetzt habe ich mein Tagebuch wieder nachgeführt
und freue mich auf einen guten Tag. Am Mittag kam Martina gerade beim
essen herein. Ich las die neuen Zeitungen, die sie mir brachte und danach
spielten wir Schach. Um 16.00 Uhr begleitete sie mich zu den Studenten,
die mich als lebendes Schulungsobjekt untersuchten und befragten. Es war
auch für uns sehr interessant und wir haben noch einiges dazugelernt.
Nach dem Nachtessen kam Dr. Schahab. Er sagte die Operation sei wie vorgesehen
am Dienstag 9. Dezember 2003 wenn keine weiteren Komplikationen eintreten.
Jedoch könne ich von Freitag bis Montagmorgen Urlaub zu Hause machen.
Nach einem Cafe in der Cafeteria fuhr Martina nach Hause und ich schaute
die Tagesschau. Schwester Föhn brachte mir die Schlaftabletten, damit
ich durchschlafen kann.
Donnerstag 4. Dezember 2003
Die Schmerzen haben endlich etwas nachgelassen und ich wurde meinen Christbaum
(Infusion) endlich los. Ich konnte wieder selbstständig duschen,
mich anziehen und in die Cafeteria wandern. Dort trank ich einen Kaffee
und las die Zeitung. Ich fühlte mich wieder langsam fit und hatte
das Gefühl als könnte ich Bäume ausreissen.
Ich feute mich, dass Martina am Mittag kam und mit mir die Zeit vertreibt.
Um 16.00 Uhr habe ich einen Kontrolluntersuch bei Dr. Schahab.
Untersuch: Dr. Schahab hat mit der Kamera durch die Nase die Wunde begutachtet.
Er meint, dass die Wunde sehr schön verheilt. Den Bericht vom Labor
betreff dem entfernten Tumor hat er uns auch gezeigt. Der Tumor (T2) wurde
komplett entfernt und wurde überall im "Guten" geschnitten.
Leider ist bei einigen Stellen der Sicherheitsabstand etwas weniger als
von der Uni vorgeschrieben. Da ich aber am Dienstag den 9. Dezember noch
am Hals die Entfernung der Lymphknoten (N2b) habe, wird im Zungengrund
der Sicherheitsabstand noch nachgeschnitten. Das heisst, dass ich jetzt
wo das essen wieder langsam funktioniert, geht das ganze wieder von vorne
los.
Aber auch das werde ich überstehen. Obwohl der Tumor laut Laborbericht
restlos entfernt wurde, ist auch mir ein grosser Sicherheitsabstand wichtig.
Dann verschiebe ich halt das Weihnachtsessen auf 2004 !! :-)
Samstag und Sonntag erhalte ich meinen Urlaub bevor der grosse "Aushub
und Bauerei" am Dienstag wieder beginnt.
Samstag 6. Dezember 2003
Ich habe Urlaub im Unispital bis Montagmorgen. Die Nacht auf Samstag zu
Hause geschlafen wie ein Bär. Es geht etwas aufwärts mit dem
Essen. Ich konnte schon ein Frühstücksei essen!!!!
Montag 8. Dezember 2003
Leider ist der Urlaub wieder vorbei und Martina hat mich erneut ins USZ
gefahren.
An dieser Stelle möchte ich allen, die an mich denken und mich unterstützen,
sowie für alle guten Wünsche, recht herzlich danken. Es ist
schön zu wissen, dass ich soviele gute Freunde habe.
Heute um 15.00 Uhr war eine Vorbesprechung der morgigen Operation mit
dem leitenden Arzt PD Dr. Stöckli und seinem Team.
Die Operation ist für ca. 10.00 Uhr vorgesehen und dauert ungefähr
2-3 Stunden. Es werden auf der linken Halsseite sämtliche Lymphknoten
entfernt. Das bedeutet, dass ein Schnitt vom Ohr bis unters Kinn gemacht
wird. Die Risiken, dass einer der 3 Nerven beschädigt werden kann,
hat der Arzt als sehr gering <= 1% eingeschätzt. Sollte doch etwas
passieren, wird sich der Nerv in 6-8 Wochen wieder erholen und ich werde
wieder lächeln können wie früher.
Die gute Nachricht ist, dass im Zungengrund und Hals nicht mehr nachgeschnitten
werden muss, da die Restrisiken mit späterer Bestrahlung aufgehoben
werden können.
17.00 Uhr jetzt war die Chefarztvisite mit Prof. Dr. Schmid und dem ganzen
Team bei mir. Prof. Dr. Schmid hat mir nochmals die Operation erklärt
und die Oberärztin Frau Dr. Victoria Ward vorgestellt, welche die
Operation durchführt.
17.30 Uhr der Narkosearzt war hier und hat nochmals alle Daten aufgenommen
und mit mir die Risiken durchgegangen. Am Schluss musste ich wieder das
Narkoseformular unterschreiben.
18.00 Uhr Frau Dr. Ward hat mich alleine auf dem Zimmer besucht und mir
erklärt, dass sie aus Irland kommt. Sie ist seit einem Jahr hier
Gastärztin und operiert sonst in London. Sie hat diese Operation
schon sehr oft durchführt. Sie hat mir bis ins Detail jeden Schnitt
und alle Risiken erklärt. Ich habe sehr grosses Vertrauen und werde
heute sicher gut schlafen.
Dienstag 9. Dezember 2003
Heute Morgen um 9.00 Uhr bekam ich die Plämpläm-Pillen und um
10.30 Uhr gings ab ins OP Nr.6.
Die Operation dauerte 4 Stunden. Um 15.30 Uhr erwachte ich wieder im Aufwachraum.
Um 18.45 Uhr gings dann wieder auf mein Zimmer. Frau Dr. Ward hat mich
nachher besucht und mir die Details erklärt. Sie sagt, dass die Operation
wunschgemäss verlaufen sei. SIe konnte sämtliche Tumorknoten
entfernen.
Der linke Halsmuskel musste nicht entfernt werden. Jedoch der Nerv für
den linken Arm musste sie wegschneiden. Vielleicht kann sich der Nerv
über umwege wieder erholen. Der Mundnerv wurde auch etwas in Leidenschaft
gezogen. Er wird sich aber in ein paar Wochen wieder erholen. Nachdem
Martina nach Hause gefahren ist, versuchte ich zu schlafen, denn ich war
sehr müde.
Mittwoch 10. Dezember 2003
Die Nacht war nicht so gut aber dafür sehr lang. Ich konnte nicht
auf der linken Seite liegen. Bin dann um 04 Uhr trotzdem noch eingeschlafen.
Die Spannung und die Schmerzen sind noch nicht gross zurückgegangen.
Ich bin in der Halsgegend noch ziemlich stark geschwollen. Um 19.30 Uhr
hat mir die Schwester die Trainageleitung gezogen und die Infusion wurde
abgesetzt. Ich war den ganzen Tag sehr müde und konnte nur im Bett
liegen. Jetzt kann ich sicher besser schlafen heute Nacht.
Donnerstag 11. Dezember 2003
Die Nacht war lang aber nicht mehr so schmerzhaft. Ich habe bereits gefrühstückt
und die Krankenschwester nimmt jetzt dann die letzte Leitung aus dem Hals.
Danach kann ich mich duschen und anziehen. Heute gehts mir bedeutend besser.
Bin nicht mehr so müde und die Schmerzen lassen auch nach. Das Gesicht
ist noch asymetrisch, aber vielleicht gleicht sich das wieder aus. (smile
!!!!)
Um 11.00 Uhr hatte ich noch Besuch von Werner Benz ex. (Sport Benz AG).
Er hatte im Frühjahr genau die selbe Krankheit und wurde auch hier
operiert und behandelt. Er musste zur Kontrolle wieder ins USZ und hat
von mir gehört und mich darum kurz besucht. Er hat nach der Bestrahlung
ca. 16 Kilo abgenommen und fühlt sich jetzt sehr gut, obwohl ihm
die Bestrahlung arg zugesetzt hat und er für ca. 6 Wochen keinen
Geschmack mehr im Mund hatte. Um 13.00 Uhr kommt Martina und wir werden
etwas nach draussen gehen zum spazieren.
Ich werde voraussichtlich morgen Freitag nach Hause entlassen.
Freitag 12. Dezember 2003
So wieder zu Hause in den eigenen 4 Wänden. Jetzt habe ich Ruhe bis
am 22. Dezember. An diesem Montag muss ich nochmals ins USZ um die Klammern
zu entfernen.
Momentan sehe ich aus wie von Frankenstein erschaffen. Die grosse Naht
am Hals wurde nicht geleimt (Goss) sondern mit ca. 14 Drahtklammern geheftet.
Dadurch besteht eine Spannung am Hals und beide Seiten sind noch stark
angeschwollen. Jetzt muss ich mit viel Geduld lernen mich zu schonen.
Am 22. Dezember sind auch die Resultate von den entfernten Lympknoten
vom Labor vorhanden und die Aerzte werden das weitere vorgehen im Januar
mit Martina und mir besprechen. Aber zuerst muss die Wunde verheilt sein,
damit mit der Strahlentherapie begonnen werden kann.
Ich werde jetzt die 10 Tage zu Hause geniessen und mich etwas enspannen.
Montag 15. Dezember 2003
Das Wochenende habe ich gut überstanden. Die Wunde heilt schön
ab, aber die Spannung und das Geschwollene geht leider noch nicht zurück.
Wenn es morgen immer noch so gut geht, werde ich ins Geschäft gehen
und Andreas Zehnder besuchen. Vielleicht kann ich mich irgendwie nützlich
machen.
Mittwoch 17. Dezember 2003
Gestern Nachmittag war ich im Druckzentrum Rickenbach und im Hauptgeschäft
in Wil. So eine Abwechslung war richtig schön. Meine Arbeitskollegen
wieder zu sehen hat Spass gemacht. Wieder mal im Büro die Email lesen
und beantworten, sowie mit Andreas Zehnder und den Mitarbeitern etwas
plaudern.
Ich freue mich auf Januar. Wenn es so weitergeht mit der Genesung hoffe
ich, ab Anfang Januar nebst der Strahlentherapie teilweise wieder arbeiten
zu können.
Aber jetzt muss ich wieder etwas kürzer treten, denn man merkt schnell,
dass man sich zu viel zumutet.
Montag 22. Dezember 2003
Das Wochenende ist hinter mir. Leider hatte ich
Samstag und Sonntag ziemlich starke Schmerzen, so einen Spannungsschmerz,
der auch mit Schmerzmitteln nicht zu eliminieren war. Da ich aber heute
den Termin im Unispital hatte, wollte ich noch zuwarten und heute die
Aerzte fragen.
Herr Dr. Schahab hatte mir dann die 14 Klammern am Hals entfernt und die
blanke Narbe umspannt die Hälfte des Halses.
Leider hat die Laboruntersuchung der Neck dissection I-V nicht sehr gute
Werte gebracht. Von den 37 Lymphknoten die entfernt wurden, waren 12 bereits
befallen. Ein Lymphknote hatte bereits einen Durchbruch in die Weichteile.
Die Strahlentherapie wird im Januar 2004 beginnen. Das Aufgebot bekomme
ich direkt vom Unispital. Zu der Strahlentherapie muss nun doch noch eine
Chemotherapie durchgeführt werden, damit möglichst viele Risiken
eines Rückfalls beseitigt werden können.
Dienstag 23. Dezember 2003
Wir wünschen allen unseren Verwandten, Freunden und Bekannten frohe,
besinnliche Festtage und viel viel Glück und Gesundheit im neuen
Jahr.
Vielen Dank für all die Unterstützung in dieser schwierigen
Zeit.
Moritz und die Holi's
Sonntag 28. Dezember 2003
Die Weihnachtsfesttage sind vorüber. Martina, Yves, Rino und ich
hatten sehr schöne Weihnachten mit essen und spielen verbracht. Zwischendurch
kamen leider immer wieder Schmerzschübe der Nerven vom Hals zum Ohr,
die mich mit ihren "Elektroschlägen" immer wieder auf den
Boden zurück holten.Die Nächte waren unterschiedlich eine Nacht
war ohne Schlaf mit starken Schmerzen, die andere Nacht war wieder besser.
Ich weiss noch nicht wann und wieso die Schmerzen kommen.
Am Freitag waren wir bei meinem Bruder, Max und Margrith, eingeladen.
Margrith hatte von ihren Nervenschmerzen und den homöopathischen
Arzneimitteln erzählt, welche ihr sehr gut geholfen haben.
Am Samstag kaufte ich in der Apotheke auch homöopathische "Globuli"
die mit Johanneskraut und Arnika gefüllt sind. Ich hoffe, dass diese
homöophatische Medizin vielleicht etwas Linderung bringt.
Am Samstagnachmittag kamen Ludwig und Marianne aus dem Allgäu, unsere
deutschen Wassersport-Freunde vom Bodensee, zu Besuch. Für ein paar
Stunden konnte ich dann meine Krankheit vergessen und wieder einmal ausser
Haus so richtig in den Ausgang. Bei feinem Nachtessen mit anschliessendem
"Schlumato" in der Ilge haben wir den sehr schönen Abend
geniessen können.
Samstag 3. Januar 2004
Die Festtage sind vorüber, den Rutsch
ins neue Jahr gut überstanden und genügend gute Vorsätze
für das Jahr 2004 gefasst. Es ist jetzt genau eine Woche seit ich
die hämöophatischen "Globuli" zum ersten Mal nahm.
Die Nacht vom 1. auf den 2. Januar war noch sehr schmerzhaft, im Kreis
marschieren anstatt im Bett zu schlafen, aber es wurde auch einmal Morgen.
Der gestrige Tag war nicht mehr so schlimm und ich konnte sogar ins Druckzentrum
Rickenbach gehen.
Die Nacht auf heute ist seit langem die erste, die ich durchschlafen konnte.
Ich war am Morgen so richtig erholt und fühlte mich stark und frisch.
Den ganzen Tag habe ich ausser "Globuli" noch keine Medikamente
zu mir genommen. Ich hoffe, dass damit die Schmerzen langsam aber sicher
nachlassen und ich mich wieder als einen "normalen" Menschen
fühlen kann.
Am Montag gehe ich ins Geschäft. Ich freue mich wieder auf meine
Arbeit. Ich muss jedoch möglichst rasch die Physiotherapie beginnen,
da ja mein linker Arm sowie die Schulter noch beeinträchtigt sind.
Ich hoffe, dass damit wenig bleibende Schäden entstehen.
Mittwoch 7. Januar 2004
Heute hatte ich einen Termin bei meinem Hausarzt Dr. Dillinger. Er hatte
mich untersucht und war mit dem Resultat sehr zufrieden. Ueberrascht war
er von der Sprache die fast wieder normal ist.
Donnerstag 8. Januar
2004
Heute sind Martina und ich um 8.30 Uhr losgefahren zum Termin ins UNI-Spital
Radiologie/Onkologie.
Prof. Dr. Glanzmann hatte mich dann bis 11.15 Uhr untersucht und das weitere
Vorgehen mit uns besprochen. Den Ablauf hatte er uns wie folgt erklärt.
Bestrahlung beidseitig am Hals mit der neuen IMRT-Technologie.
(Intensitäts-Modulierte-Radio-Therapie) Mit dieser Methode können
die Strahlen ganz fein gebündelt werden und mit unterschiedlichen
Stärken von verschiedenen Winkeln (seitlich oder von vorne) auf das
Gewebe abgegeben werden. Dadurch wird nur bei den Schnittpunkten die kummulierte
Leistung aktiv und das gesunde Gewebe wird somit weniger belastet. Die
Dauer der Behandlung beträgt ca. 6-7 Wochen und zwar täglich
ein mal. Pro Woche wird an einem Tag noch die Chemotherapie intravenös
gemacht. Die Mundtrockenheit, der Geschmacksverlust und die Schluck-beschwerden
werden jedoch nach ca. 2 Wochen auftreten. Wenn die Schluckbeschwerden
schlimmer werden, muss ich über eine Magensonde künstlich ernährt
werden. Als Vorbereitung muss nach der Zahndiagnose ein CT gemacht werden.
Dann wird von den Physikern das Bestrahlungsprogramm erstellt.
Prof. Dr. Glanzmann schickte mich anschliessend ins Zahnmedizinische Zentrum
der UNI um einen Termin abzumachen. Er sagte mir, dass für die Bestrahlung
im Strahlenfeld keine Metalle oder Zähne mit Plomben oder Infekten
sein dürfen.
Also heisst das, dass wir um 11.30 Uhr im Zahnmedizinische Zentrum der
UNI am Empfang standen. Die Dame suchte sofort einen Termin für uns.
Leider war alles ausgebucht und so macht sie aus meinem Fall einen Notfall.
So konnten wir noch vor 12.00 Uhr ein Röntgenbild der Zähne
erstellen und um 13.30 Uhr mit der Untersuchung beginnen.
Ich sass geschlagene 3 Stunden auf dem Zahnarztsessel. Jeder Zahn wurde
sehr genau untersucht und dokumentiert. Diejenigen Zähne die entfernt
werden müssen, hat Dr. Degen mit mir besprochen und erklärt
warum das so ist. Anschliessend kam der Chefarzt Dr. Locher und hat alles
noch einmal genau überprüft und mir das gleiche Resultat bekannt
gegeben.
Dr. Degen machte dann mit mir eine Speichelflussmessung. Wàhrend
der Strahlentherapie wird dann der Zahnarzt jede Woche die Schleimhäute
und das Zahnfleisch kontrollieren und den Speichelfluss messen. Es darf
auf keinen Fall während der Behandlung eine Infektion im Mund auftreten,
da sonst Komplikationen mit dem Kieferknochen entstehen können.
Ich bekam einen Termin für Dienstag 13. Januar 2004 um 10.00 Uhr.
Dann werden in der Zahnklinik die störenden Zähne, welche im
Strahlenfeld liegen, entfernt. Am Freitag 16. Januar wird dann noch eine
Zahnschiene für die anderen Zähne erstellt zum Schutz vor den
Strahlen.
Therapieablauf
("Claudia" anklicken)
Um 17.30 Uhr sind wir wieder zu Hause gewesen, aber der heutige Tag hatte
mir schon wieder einige Tiefschläge gebracht. Die beidseitige Bestrahlung
aus Sicherheitsgründen, die ev. künstliche Ernährung und
die Zahnentfernung.
Ich hoffe jetzt, dass nicht alles Negative so eintrifft und wir müssen
diese Zeit jetzt auch auch noch durchstehen.
Samstag 10. Januar 2004
Mein Bruder Peter hat mich am Freitag angerufen und vorgeschlagen, dass
es schön wäre, wenn wir vor dem Therapiebeginn nochmals gemütlich
zusammen sitzen könnten. Sein Vorschlag,
noch ein "vorläufig letztes" Nachtessen mit Max und unseren
Frauen in der "Krone" in Wattwil zu geniessen, hat mir sehr
gefallen. Gerne wäre auch meine Schwester Magrith mit Bruno mitgekommen,
aber leider hat die Grippewelle sie schon eingeholt. Das Essen in der
"Krone" war fantastisch und es war sehr gemütlich und unterhaltsam.
Natürlich fehlte auch etwas "schwarzer Humor" nicht.
In einer Woche kommt mein Bruder Mario aus Peru in die Schweiz. Bei einem
weiteren Zusammensein der "Holi's" wird das Essen für mich
dann schon schwieriger werden.
Nächste Woche ist schon volles Programm: Ausser
Montag bin ich jeden Tag an einem Termin in Zürich. Nach dem Motto:
"Augen zu und durch"
Dienstag 13. Januar 2004
Heute 8.30 Uhr wiedereinmal Abfahrt nach
Zürich ins Zahnmedizinische Zentrum der UNI. Wie am Donnerstag besprochen,
hat Dr. Degen die Stockzähne im Unterkiefer gezogen und genäht.
Jetzt hat die Wirkung der Betäubungsspritze nachgelassen und die
Schmerzen kommen sehr stark. Heute ist wirklich der 13te. Ich versuche
jetzt eine Spülung mit Salbeitee, den mir Martina gekocht hat. Das
Essen muss ich heute wahrscheinlich vergessen.
Mittwoch 14. Januar 2004
Heute sind wir in die Private "Zahn-
und Kieferklinik im Park Seestrasse" nach Zürich gefahren.
Ich bin von der Uni dorthin überwiesen worden. Hier werden die Schutzschienen
für die Zähne während der Bestrahlung angefertigt. Frau
Christine Uster nahm mir die Zahnabdrücke vom Unter- und Oberkiefer
ab. Am kommenden Freitag kann ich wieder vorbei gehen. Dann werden die
Schienen eingesetzt und kontrolliert. Die Schmerzen im Unterkiefer lassen
langsam nach. Jedoch ist die beidseitige Schwellung noch sehr stark. Frau
Christine Uster hat mir prophezeit, dass Sie und ich uns jetzt über
mehrere Wochen immer sehen werden. Die Zahn- und Kieferklinik übernimmt
während der Bestrahlung die wöchentlichen Kontrollen der Schleimhäute,
der Zähne und des Zahnfleisches.
Es darf während der Bestrahlung keine Entzündungen geben, da
sonst der Kieferknochen defekt werden könnte. Darum stehen die Spezialisten
der Kieferklinik immer mit dem Universitäts-Spital im Kontakt.
Donnerstag 15. Januar
2004
Ich war nun zum 2. Mal bei der Physiotherapeutin bei Wilensis in Wil.
Sie versucht meine Armmuskeln und Nerven so gut wie möglich zu therapieren.
Durch die Operation wurde ja der Nerv vom Armheber durchtrennt. Ebenso
macht sie mir eine Lymphtrainage.
Freitag 16. Januar 2004
Heute Nachmittag waren wir wieder in der Zahn- und Kieferklinik in Zürich.
Frau Christine Uster hat mir die Zahnschienen für die Bestrahlung
und die Medikamente angepasst und übergeben.
Am Dienstag wird ja die Positions-Computertomographie mit Maske und Zahnschiene
gemacht.
So, jetzt habe ich drei Tage keine Termine mit den Menschen in "Weiss".
Dienstag 20. Januar
2004
Einmal mehr sind wir heute um 7.30 Uhr ins USZ nach Zürich gefahren.
Um 9.15 Uhr wurde mir am linken Arm eine Infusion gelegt . Auf meine Frage
warum diese Leitung, meinte die Schwester: "für das Kontrastmittel."
Um 9.30 Uhr ins Computertomographie-Zimmer. Schwester Nadja entfernte
zuerst die Leitung, da ich ja scheinbar doch kein Kontrastmittel brauchte!!!
Dann wurde mir ein Mundkeil gebaut, der die Zunge immer unten hält.
Darüber die warme, formbare Maske (siehe Claudia). 3 Personen haben
gleichzeitung überall gedrückt und gehalten. Nach dem Erkalten
wurde das Material fest und unbeweglich. Die Maske reicht bis an die Brust,
dh. die Schulter und der Kopf sind wie in einem Schraubstock fixiert.
Mit Hilfe eines Planungs-Computertomogramms
(CT) werden die genauen Körperkonturen und die Beschaffenheit
(Dichte) der zu durchstrahlenden Gewebe und Organe festgehalten. Das Planungs-Computertomogramm
ist nicht für diagnostische Zwecke bestimmt. Die erhaltenen Daten
werden hauptsächlich benötigt, um die Verteilung der Strahlendosis
im Körper zu berechnen.
Nun wurden mit einem Laserstrahl die Markierungen
am künstlichen Kopf angebracht. Danach wurde ich ins Tunnel gefahren
damit ein CT erstellt werden konnte. Nach 30 Minuten war der ganze Spuk
vorbei.
Die nächste Station war das Zahnmedizinische Zentrum. Dr. Degen musste
mir noch die Fäden von der Zahn-OP entfernen. Der nächste Kontrolluntersuch
ist am Dienstag 27. Januar bei Dr. Degen.
Ich habe gestern Abend noch mit einem Bekannten in Bazenheid telefoniert,
der auch am Hals operiert und bestrahlt wurde. Er hatte ziemlich starke
Strahlenschäden davongetragen und würde es sich das nächste
Mal gut überlegen.
Ganz unsicher telefonierte ich heute Nachmittag nach Basel mit Dr.med.
Friesewinkel um ihn um seinen Rat zu fragen. Er meinte aus Sicherheitsgründen
sollte ich die Bestrahlung doch machen. Erstens ist das IMRT nicht so
agressiv und die Sicherheitsbestrahlung muss auch nicht mit so hohen Dosen
gefahren werden. Um mir sicher zu sein, werde ich am Donnerstag nochmals
mit Prof.
Dr. Glanzmann die Bestrahlung und vor allem die Nebenwirkungen
und bleibenden Schäden besprechen.
Donnerstag 22. Januar
2004
Heute waren wir zur Besprechung bei Prof. Dr. Glanzmann. Er hat die Berechnungen
für die Bestrahlung gemacht. Meine Sorgen betreff Nebenwirkung haben
wir besprochen. Von den jährlich über 1300 Strahlen-Patienten
am UNI-Spital sind bis jetzt 60 Patienten mit der neuen IMRT-Technik bestrahlt
worden. Er meinte mit IMRT seien die Nebenwirkungen wesentlich abgeschwächt.
Er berechnet 64Gy im Zielgebiet dh. 32 Sitzungen mit 2Gy. Die gesunden
Organe ausserhalb den Zielgebiet werden dann mit IMRT eher geschont. Ich
muss jetzt nochmals am Freitag 30.1. ein PET-CT
machen. Prof. Glanzmann möchte nochmals genau schauen bevor wir mit
der Strahlentherapie anfangen.
Sonntag 25. Januar 2004
Um 20.00 Uhr fuhren mein Bruder Max und ich zum
Flughafen Zürich-Kloten. Um 20.50 Uhr landete unser Bruder Mario,
der mit seiner Familie seit über 20 Jahren in Lima und Huaraz (Peru)
als Hotelier lebt. Es hat mich riesig gefreut, dass er für 2 Wochen
zu uns in die Schweiz reist.
Er hat mehrere Taschen voll Kräuter und Hölzer von Peru mitgebracht.
Eine peruanische Naturheilerin, die ihm diese Planzen für mich mitgegeben
hatte meinte, dass ich jeden Tag 1 Liter von dem Sud trinken müsste,
um dadurch eine grosse Heilungschance zu erzielen. Überrascht waren
wir, dass er alle Kräuter so problemlos durch den Zoll brachte.
Schon am Montag begann ich mit der stark duftenden und bitteren Tee-Therapie.
Freitag 30. Januar 2004
6.30 Uhr Autofahrt nach Zürich. Ich weiss nicht, wie gross der Verkehr
ist, darum habe ich eine Sicherheitszeit einberechnet.
8.30 Uhr Anmeldung im PET-CT Center. Radioaktive Infusion und 2 Flaschen
Kontrastmittel trinken. Dann 45 Min. in einem abgedunkelten Raum liegen.
Danach 20 Min. in die Röhre für PET und CT.
Um 10.20 Uhr hatte ich schon den nächsten Termin im Zahnmedizinischen
Zentrum der UNI bei Dr. Degen. Er wollte nochmals kontrollieren, ob alles
gut verheilt ist.
Ab nächster Woche wieder vermehrte Termine bei der Physiotherapeutin.
Und am Mittwoch 11.2.2004 Simulation im
Bestrahlungscenter der UNI.
Mittwoch 11. Februar
2004
Heute war die Bestrahlungs--Simulation im UNI-Spital. Es wurde eine Testbestrahlung
durchgeführt und alle Daten nachgeprüft, mit dem Computer-Tomogramm-Bild
verglichen und ein Strahlenbild erstellt. Jetzt kann nächste Woche
mit der Bestrahlung und Chemotherapie begonnen werden.
Das Zahnmedizinische Institut der UNI will nochmals die Verheilung kontrollieren
bevor die Bestrahlung beginnt. Ich habe jedoch ein gutes Gefühl,
denn die Wunden sind gut verheilt.
Der Stellvertreter von Dr. Degen hat die Zähne und die Narben kontrolliert
und ist zufrieden mit der Heilung.
Dienstag 17. Februar
2004
Das Sekretariat von Prof. Dr. Glanzmann hat gestern Martina angerufen
und gesagt, dass ich heute nochmals zur Simulation kommen müsse.
Es seien noch Unterschiede von den CT-Bildern zu den Simulationsbildern
vorhanden. Die Simulation wurde nochmals durchgeführt und ich kann
übermorgen zur Bestrahlung gehen.
Wie man so schön sagt, gehören
bekanntlich zu dieser Krankheit immer wieder Hochs und Tiefs. Professor
Dr. Glanzmann musste mir leider mitteilen, dass im
PET-CT vom 30.1.2004 noch Zellaktivitäten im Darm festgestellt worden
sind. Er hat mich aber zugleich beruhigt, dass nur veränderte Zellen
gesehen wurden und noch kein Tumor vorhanden ist.
Heute Morgen war ich auch zum x-ten Mal im Wilensis
Medical+Fitness Center bei Nicole
Petignat sie macht bei mir Lymphtrainage und Physiotherapie für
meinen linken Arm.
Ps: Nicole Petignat ist auch die einzige schweizer Fussballschiedsrichterin
in der höchsten Spielklasse.
Donnerstag 19. Februar
2004
Heute war die erste Bestrahlung im Nuklearzentrum.
Es mussten 4 Röntgenbilder für die Position gemacht werden bis
die Bestrahlung der 5 Ebenen à ca. 30 Sekunden stattfinden konnte.
Anscheinend war aber das Team mit der Übereinstimmung der Bilder
noch nicht ganz zufrieden und so wollen sie morgen nochmals ein Planungs-Computertomogramm
erstellen.
Dann bekam ich die Terminliste mit den 45 Konsultationen bis 2. April
2004. Immer am Dienstag habe ich eine Chemotherapie (das heisst ich muss
den ganzen Tag im UNI-Spital bleiben) sowie eine Besprechung mit Dr. Glanzmann.
Zusätzlich zu diesen Konsultationen habe ich noch wöchentlich
einen Besuch bei Dr. Degen in der Zahnklinik und einmal in der Woche einen
Besuch bei Frau Uster in der Klinik am See.
Anschliessend an die heutige Bestrahlung hatte ich noch einen Termin in
der Klinik am See bei Frau Uster für die Dentalhygiene.
Freitag 20. Februar
2004
Ich war zur 2. Bestrahlung im USZ. Die Lageposition
hatte sofort geklappt und es konnte schnell begonnen werden. Das anschliessende
Planungs-Computertomogramm wurde abgesagt. Es habe jetzt alles gestimmt
und die unpassenden Stellen konnten ermittelt werden.
Am Nachmittag sind wir bei schönstem Wetter an den Bodensee gefahren
und haben wieder einmal nach unserem Boot geschaut. Die Sommersaison steht
ja auch bald vor der Tür. Wenn meine Solariumzeit am USZ vorbei ist,
können wir schon langsam auf den See.
Dienstag 24. Februar 2004
Heute war für Martina und mich Tagwache um 5.15 Uhr, wir mussten
schon früh morgens ins Unispital Zürich. Geplant war Blutprobe,
Bestrahlung, Besprechung mit Prof. Dr. Glanzmann und den ganzen Tag Chemotherapie.
Nach der Blutprobe gingen wir zur Bestrahlung. Die Schwester erklärte
uns, dass das Gerät defekt sei und ich erst am Nachmittag bestrahlt
werden könne. Ich sagte, dass ich sowieso im Hause sei, da ich ja
die Chemo hätte.
Die Besprechung und Untersuchung von Prof. Dr. Glanzmann war diesmal ohne
Überraschung. Er sagte, wenn er alle Blutwerte vom Labor hätte,
würde er das Rezept oder die Mischung für die Chemo bestimmen.
Ich ging wieder zum A37 d.h. zur Chemo. Die Schwester sagte mir, dass
die Blutwerte (Nierenwert) nicht optimal seien und wir erst am Mittwoch
mit der Chemo beginnen können. Ich müsse heute noch unbedingt
drei Liter Flüssigkeit trinken, denn dann werden die Nierenwerte
wieder besser.
Nun mussten wir bis am Nachmittag warten bis ich zur Bestrahlung konnte.
Der Vorgang ist schon langsam zur Routine geworden. Und morgen Mittwoch
muss ich nochmals in aller Frühe zur Blutprobe. Hoffen wir, dass
es morgen mit der Chemo klappt.
Mittwoch 25. Februar 2004
Ich musste wieder zur Blutentnahme um die Werte neu festzustellen. Anschliessend
für die tägliche Bestrahlung ins NUK.
Der Laborbefund des Blutes war besser, das Kreatinin (Nierenwert) war
noch 110 sollte max. 105 sein. Darum hat Prof. Dr. Glanzmann die Dosis
von 75mg (1040 ml) auf 55mg (817 ml) reduziert.
Auf der Radio-Onkologie (Abtl. Chemotherapie/Hautpflege) empfing mich
Frau Aerne zur Chemotherapie. Ich war also den ganzen Tag stationär
im USZ . Nachdem die Versorgungsleitung am Arm gelegt war, wurden mir
intravenös 1000 ml Natrium-Chlorid als Spülung eingeflöst.
Danach je eine Dosis Entzündungshemmer und eine Dosis für die
Verträglichkeit. Ich musste zusätzlich viel Wasser trinken.
Die ausgeschiedene Menge an Wasser wurde immer genau gemessen. als ich
die vorgeschriebene Menge von 200 ml ausgeschieden habe, konnte Frau Aerni
mir die eigentliche Chemo (55 mg Platinol) verabreichen. Danach wurde
wieder mit 1000 ml Natrium-Chlorid gespült (ca. 2 Stunden). Nach
etwa 4 Stunden musste ich mein Buch weglegen, da ich langsam müde
wurde. Meine Auscheidungen waren jedoch sehr gut ca. 2500 ml für
den ganzen Tag. Ich bekam noch ein Rezept für Pillen gegen Übelkeit
die ich in der Apotheke besorgen kann.
Am Vortag der nächsten Chemo wird jetzt immer eine Blutentnahme für
die Blutwerte gemacht.
Ich hoffe, dass es mir Morgen nicht so schlecht geht und ich nach der
Bestrahlung am Nachmittag wieder ins Geschäft gehen kann.
Montag, 1. März 2004
Die Tage nach der Chemo sind am Anfang ganz gut verlaufen und ich konnte
am Donnerstag nach der Bestrahlung auch ins Geschäft. Ich musste
an den 2 folgenden Tagen noch Medikamente gegen die Übelkeit einnehmen.
Ab Samstag hat aber die Wirkung nachgelassen und mir war es nicht mehr
100% gut.
Martina hat mich dann heute Montagmorgen nach Zürich gefahren, weil
ich beim Aufstehen starke Übelkeit verspürte. Gegen Mittag ging
es jedoch bereits wieder besser und ich konnte mit Andreas Zehnder an
einem Geschäftsessen teilnehmen und den ganzen Nachmittag normal
arbeiten.
Dienstag, 2. März 2004
Heute Morgen war wieder die Bestrahlungstherapie mit anschliessender Chemotherapie.
Da meine Blutwerte wieder sehr gut waren, konnte die volle Dosis verabreicht
werden. Ich habe den Tag lesend und schlafend verbracht. Am Nachmittag
konnte mich dann Martina wieder abholen.
Der Termin für die Darmspiegelung (Gastroskopie) wurde auf kommenden
Freitag verschoben. Ich muss jedoch 3 Tage vor dem Termin meine Ernährung
umstellen und darf keine Ballaststoffe mehr essen. Ab Donnerstagmittag
darf ich gar nichts mehr essen und muss meinen Darmtrakt mit Medikamenten
total entleeren. Ich muss 4 Liter Flüssigkeit mit Fordtran (Abführmittel)
trinken und dann werde ich einige Zeit auf dem WC sitzen müssen.
Am Freitag um 11.00 Uhr habe ich dann den Termin beim DIM (Departement
für Innere Medizin) Gastroenterologie bei Prof. Dr. med. Michael
Fried.
Wir hoffen sehr, dass die neuen Anzeichen im Darm, die man im PET/CT gesehen
hat, nicht schwerwiegend sind.
Zuvor habe ich jedoch am Donnerstag, nach meiner Bestrahlung, noch die
wöchentliche Sprechstunde bei Prof. Dr. Glanzmann im USZ und eine
Behandlung bei der Physiotherapeutin in Wil.
Mittwoch 3. März 2004
Heute war Bestrahlung und danach Zahn-Untersuchung bei Dr. Degen in der
Zahnklinik. Anschliessend war noch in der Klinik am See eine Behandlung
bei der Dentalhygienikerin. Von Seiten der Zähne und Kiefer ist alles
ok. Ich hoffe, dass es weiter so bleibt.
Donnerstag 4. März
2004
Die heutige Besprechung nach der Bestrahlung bei Prof. Dr.med. Glanzmann
war positiv verlaufen. Die Blutwerte stimmen alle. Er hat mich für
Montag noch bei Prof.Dr.med. Schmied angemeldet da ich eine Veränderung
an der Zunge festgestellt hatte.. Prof.Dr. Schmid hatte mich operiert
und soll nun nochmals eine Zwischenkontrolle machen.
Freitag 5. März 2004
Vergange Nacht hatte ich nach der Einnahme von
den 3 Liter chem. Darmreinigung eine bewegte Zeit. Um 6.00 Uhr morgens
musste ich nochmals einen Liter zu mir nehmen.
Wir sind dann nach Zürich gefahren für die Darmspiegelung.
Prof.Dr.med.
Fried hat mich mit den modernsten Apparaten untersucht. Ich konnte
am Bildschirm alles in Farbe mitverfolgen. Ich hatte auf eine Teilnarkose
verzichtet, da ich sonst noch 2 Stunden hätte bleiben müssen.
Ich musste diesen Entscheid mit zeitweise starken Schmerzen bezahlen.
Prof. Fried sagte, dass im Darm alles ganz normal und in Ordnung sei.
Gott sei Dank. Er hatte lediglich während dem Untersuch einige kleine
Polypen entfernt. Ich müsse mir keine Sorgen machen, denn es sei
alles ok. Er sagte auch, dass es sowieso bei allen Menschen besser ist,
nach dem 50. Altersjahr eine Darmspiegelung durchzuführen.
Ausser grosser Übelkeit und meinen Geschmacksverlust geht es aber
wieder besser. Ich hoffe, dass ich mich übers Wochenende wieder etwas
erholen kann.
Sonntag 7. März 2004
Ab heute ist nun der Geschmacksinn total abgestorben. Nicht mal mehr Wasser
schmeckt nach Wasser. Alles schmeckt nach Nichts. Ich muss mich richtig
zwingen zum essen, obwohl ich Hunger habe. Zudem kommen jetzt auch verstärkt
Schmerzen beim Schlucken. Am Samstag Nachmittag hatte noch Prof.Dr.med.
Glanzmann privat angerufen. Er interessierte sich für die Ergebnisse
der Darmspiegelung vom Freitag und wie es mir so gehe. Auf meine Aussage
betreff Geschmackssinn und Schluckbeschwerden meinte er, dass wir kommende
Woche das Vorgehen besprechen werden. Eventuell müssen wir auf Astronauten-Nahrung
umstellen.
Montag 8. März 2004
Heute Morgen musste ich zuerst vor der Bestrahlung zu Prof.Dr. med. Schmid
zur Kontrolle. Er hat mich untersucht und gesagt, dass alles in Ordnung
ist und der Zahnartzt lediglich eine Rötung gesehen habe. Erleichtert
ging ich nachher zur Bestrahlung.
Dienstag 9. März 2004
Die heutige Chemo nach der Bestrahlung lief relativ gut. Aber gegen Abend
wurde es mir sehr übel. Obwohl ich dagegen Medikamente bekam, war
der Abend sehr ungemütlich.
Mittwoch 10. Màrz 2004
Heute bekam ich nach der Bestrahlung mein Essen in der Tetrapack zum mitnehmen.
Mal schauen wie das so schmeckt!! Der Professor meinte, dass mein Magenbrennen
von etwas anderem herrühre, aber nicht von der Chemo. Am Nachmittag
konnte ich wieder ins Geschäft gehen und meine Arbeit erledigen.
Dienstag 16. März 2004
Heute musste ich zwischen der Bestrahlung und der Chemo zu einem Besprechung
bei Prof. Dr. med. Glanzmann. Er hat mich untersucht und es ist alles
ok. Er sagt, dass ich unbedingt mein Gewicht halten muss und die Ergänzungsnahrung
zu mir nehmen muss. Den Bericht von Prof. Dr. med. Fried hat er erhalten.
Die Darmspiegelung war gut und die Gewebeproben der Polypen im Labor waren
"gutartig".
Die Chemotherapie bei Frau Aerne war wieder gut und kurzweilig. Wir werden
da sehr gut betreut und verpflegt. Ich habe heute Herrn José
L. Aguayo mit der gleichen Erkrankung kennen gelernt. Er hat eine
Spanisch-Sprachschule in Zürich und hatte heute die letzte Chemo
und übermorgen die letzte Bestrahlung. Es geht ihm gut und ich hoffe,
dass ich am Ende der Therapie auch noch so gut drauf bin. Also 4 von 6
Chemo's habe ich jetzt auch hinter mir und man sieht das Licht am Ende
des Tunnels.
Donnerstag 18. März
2004
Heute musste ich nach der Bestrahlung noch in die Röhre. Professor
Glanzmann wünschte nochmals ein CT, um die Gewebedichte zu kontrollieren
und die Berechnungen für die Bestrahlung nochmals zu kontrollieren.
Es wird nichts dem Zufall überlassen.
Dienstag 24. März 2004
Heute hatte ich nach der Bestrahlung eine Sprechstunde bei Prof. Glanzmann.
Er hat alles kontrolliert und es ist noch alles im grünen Bereich.
Das Gewicht konnte ich noch knapp halten. Ich muss mich jedoch schon zwingen
zum essen. Mit den Ergänzungsdrinks kann ich die Kalorien rsp. Vitamine
die mir fehlen noch ergänzen. Danach gings zur 2.letzten Chemotherapie.
Ich hatte keine grossen Nebenwirkungen. War auch gut so, denn am Abend
hatten wir einen Kundenevent im Cinema Wil.
Freitag 26. März 2004
So noch eine Woche !!!! Ich hoffe, dass nachher mein Geschmack wieder
möglichst rasch kommt. Ich kann mich nicht so recht an das geschmacklose
Essen gewöhnen. Aber jetzt sehe ich ein Ende. Noch 6 Bestrahlungen
und eine Chemo. Ich glaube, dass ich zur richtigen Zeit mit dem schönen
Wetter auch wieder langsam auf den Damm komme.
Dienstag 30. März 2004
Heute hatte ich nach der Bestrahlung wieder einen Besprechungstermin bei
Prof. Glanzmann. Er hat mich untersucht und mir mitgeteilt, dass meine
Blutwerte nicht optimal sind. Die roten Blutplättchen stimmen anscheinend
nicht. Er hat die heutige Chemotherapie ersatzlos gestrichen. Und nach
den Berechnungen der Physiker wird auch die letzte Bestrahlung vom 5.
April 2004 nicht mehr benötigt.
Freitag 2. April 2004
Heute war nur noch die letzte Bestrahlung angesagt. Als ich im Warteraum
sass, sagte mir der Operateur, dass mich Prof. Glanzmann noch vor der
Bestrahlung sehen möchte, da vielleicht die heutige Bestrahlung auch
wegfällt. Prof. Glanzmann hat mich noch kurz untersucht und gesagt,
die neuesten Berechnungen von ihm und den Physikern habe ergeben, dass
die Strahleneinheit im Zielgebiet erreicht sei (63 Gy). Also fiel auch
die heutige Bestrahlung weg. Jedoch wollte Prof. Glanzmann noch einmal
Blut nehmen fürs Labor für eine letzte Kontrolle.
Ich habe mich von Prof. Glanzmann und den Schwestern verabschiedet mit
der Hoffnung, dass ich vor dem 1.Kontrolluntersuch am 27.4.2004 nicht
mehr im UNI-Spital erscheinen muss.
Juhee Therapie fertig !!!
Jetzt habe ich noch 6 Wochen Reha und ich hoffe auch möglichst bald
wieder Geschmack zum essen.
Ich freue mich so sehr und hoffe, dass nach diesem eher ungemütlichen
Winterhalbjahr der Sommer wieder besser wird für alle Beteiligten.
Vielen Dank an Martina und an alle die mich immer so stark unterstützten
und mir frischen Mut gaben.
Ich werde noch wöchentlich mein Befinden resp.
den Genesungsfortschritt in diesem Tagebuch eintragen.
Bis zum nächsten Mal "Tschüss zäme"
Sonntag 11. April 2004 Ostersonntag
Hallo zusammen. Ich wünsche Euch allen ganz schöne Ostern. Jetzt
ist es eine Woche her seit meiner letzten Bestrahlung und ich erhole mich
langsam wieder. Leider ist der Geschmack noch nicht zurückgekehrt,
aber es wird in den nächsten Wochen sicher immer besser.
Am vergangenen Donnerstag musste ich mich noch einer Kontrolle beim Zahnarzt
unterziehen. Zähne, Zahnfleisch, Schleimhäute und der Speichelfluss
wurden kontrolliert. Es ist alles ok und im grünen Bereich. Kommende
Woche möchte Prof. Dr. Glanzmann noch ein grosses Blutbild machen.
Dann habe ich hoffentlich keinen Termin mehr bis am 28. April. Jetzt gehen
wir an den Bodensee. Tschüss zäme.
Montag 19. April 2004
Ja jetzt sind über 2 Wochen seit meiner letzten Bestrahlung. Langsam
erhole ich mich wieder. Gestern an meinem Geburtstag waren wir mit den
Jungs inkl. Freundinnen bei einem Frühstücksbrunch. Es hat allen
geschmeckt. Auch ich hatte etwas mitgegessen, jedoch war noch alles fade.
Aber ich hoffe immer noch, dass ich auch bald süss und salzig schmecken
werde. Die Prognose war so ungefähr 4 Wochen bis der Geschmack wieder
langsam kommt. Also in 2 Wochen sollte es soweit sein. Smile
Dienstag 27. April 2004
Heute hatte ich den letzten Untersuch bei Prof.
Dr. Glanzmann Onkologie/USZ. Zuvor musste ich noch eine Blutprobe abnehmen
lassen. Die Blutwerte sind nun wieder ganz normal und müssen nicht
mehr kontrolliert werden. Prof. Dr. Glanzmann hatte mich ausführlich
untersucht und hatte nichts abnormales festgestellt.
Den nächsten Untersuch habe ich ich dann bei Prof. Dr. Schmid HNO.
Die verschiedenen Aromi merke ich wieder im Geschmack. Salz und Zucker
kann ich noch nicht unterscheiden. Aber im Allgemeinen fühle ich
mich wieder sehr wohl.
Donnerstag 13. Mai 2004
Heute sind es genau 6 Wochen seit meiner letzten
Bestrahlung. Ich fühle mich auch beim Essen besser. Ich hatte heute
3 Termine in Zürich. Bei Prof. Dr. Glanzmann, weil ich einen kleinen
Knoten entdeckt hatte. Bei der Kieferklinik und bei Dr. Degen von der
UNI-Zahnklinik.
Prof. Glanzmann sagte, dass man zuwarten kann bis am 7. Juni, dann ist
die grosse Untersuchung bei Prof. Schmid. Es ist ein kleiner Lymphknoten,
aber an dieser Stelle bin ich ja bestrahlt worden.
Dr. Degen war überrascht, dass die Schleimhäute gar keinen Schaden
davon getragen haben. Da ich auch in einer Studie über die neue Bestrahlung
bin, mussten alle Daten und auch Fotos aufgenommen werden.
Montag 7. Juni 2004
Lange habe ich keinen Eintrag mehr im Tagebuch gemacht.
Es war alles im normalen Rahmen verlaufen. In der Zwischenzeit bin ich
wieder voll im Geschäft tätig. Dank der Unterstützung von
Andreas Zehnder konnte ich mich solange und gut erholen. Aber es macht
schon wieder Spass im Geschäft mitzuwirken.
Heute war ich zur ersten Nachkontrolle bei Prof. Dr. Schmid am UNI-Spital
in Zürich. Ich war schon etwas nervös, was für ein Bescheid
ich erhalten werde. Gottseidank ist alles in Ordnung und die Genesung
verläuft wie von den Spezialisten geplant. Prof. Dr. Schmid will
mich in 3 Monaten wieder kontrollieren. Im August wird dann noch ein
PET-CT gemacht, damit ganz sicher ist, dass sonst keine neuen Zellen dazugekommen
sind.
Im Juli werde ich in der Kieferklinik operiert. PD
Dr. Stephan Studer hatte
mich letzte Woche nochmals gründlich untersucht und die Kieferknochen
vermessen und geröngt. Die Planung
ist jetzt abgeschlossen und die Operation
wird von Dr. Studer selbst durchgeführt.
Ich freue mich, wenn ich Euch beim nächsten Eintrag wieder so positive
Mitteilungen machen kann und wünsche allen gute Gesundheit und einen
schönen Sommer.
Donnerstag 8. Juli 2004
Heute war ich wieder nach längerer Zeit
in der "Hirslanden-Kieferklinik im Park" in Zürich. PD
Dr. Stephan Studer und sein OP-Team wollen mir heute 7 Implantate
in den Unterkieferknochen einsetzen.
Ich war um 8.15 Uhr in der Klinik. Zuerst wurde alles vorbereitet und
dann die Spritzen zur örtlichen Betäubung verabreicht. Dr Studer
hatte einen genauen Plan wie und in welchem WInkel die Löcher gebohrt
werden müssen. Pro Implantat musste er 6 mal bohren dh. immer einen
grösseren Bohrer bis die 4mm Durchmesser und 15 mm Tiefe erreicht
waren. Dann wurde die Titanschraube eingesetzt und mit dem Drehmomentschlüssel
die Festigkeit geprüft. Nach jedem Implantat fragte mich Dr. Studer
ob ich weitermachen will. Am Schluss wurde das Zahnfleisch über den
Implantaten wieder zugenäht und die Impantate sind unsichtbar darunter.
So nach ca. 3-6 Monaten, wenn die Schrauben und der Knochen verwachsen
sind, wird das Zahnfleisch wieder aufgeschnitten und die Zähne auf
die künstlichen Wurzeln aufgesetzt.
Am Mittag war alles vorbei. Durch die Schmerzmittel wurden die Schmerzen
nach der Narkose gemildert.
Ich glaube, dass in 2-3 Tagen alles wieder normal ist. In
1 Woche muss ich noch die Fäden ziehen lassen. Jetzt hoffe ich, dass
die Implantate gut mit dem bestrahlten Kieferknochen verheilen und keine
Infektionen entstehen.
Freitag, 17. September 2004
Heute musste ich für die Kontrolle vom kommenden Montag in die UNI-Klinik.
Prof. Dr. Schmid hat ein PET-CT angeordnet. Er will sicher gehen, dass
keine neue Zellen gesichtet werden.
Montag, 20. September 2004
Heute war ich an der UNI-Klinik ORL bei Prof. Dr. Schmid für die
Nachkontrolle. Er hat alles gründlich untersucht und keine negativen
Veränderungen festgestellt. Das PET-CT war auch ok. Einzig im Hüftbereich
war eine leichte Entzündung festgestellt worden.
Meine nächster Kontrolluntersuch ist dann wieder am 13. Dezember
2004. Vorher habe ich im November noch eine Nachkontrolle beim Kieferchirurg
Dr. Studer.
Ich hoffe, dass jetzt alles so bleibt und melde mich wieder nach der nächsten
Kontrolle.
Montag 13. Dezember 2004
Heute war ich an der UNI-Klinik ORL bei Prof. Dr. Schmid für die
3.Nachkontrolle. Diesmal machte er kein PET-CT. Aber die gründliche
Untersuchung. Es ist alles ok. Er hat auch mit dem Endoskop in Hals geschaut
und nichts ungewöhnliches festgestellt.
Bei der nächsten Kontrolle am 14. März wird dann wieder vorab
ein CT gemacht.
Es hat mich riesig gefreut, dass alles in Ordnung ist und ich wünsche
Euch allen schöne Festtage, alles Gute und gute Gesundheit im neuen
Jahr.
Bis zum nächsten Eintrag viele Grüsse Moritz
Montag 14. März 2005
Heute hatte ich den geplanten Kontrolluntersuch an der UNI-Klinik
ORL bei Prof. Dr. Schmid. Das geplante CT wurde nicht gemacht, aber der
gesamte Kontrolluntersuch. Es ist alles ok und er hat nichts unerwünschtes
festgestellt. Ich bin sehr glücklich, dass der Bescheid so positiv
ist.
Am 20. Mai wird dann wieder ein PET-CT gemacht und am 6.Juni der nächste
Kontrolluntersuch. Ich bin sehr zuversichtlich, denn auch zu Hause und
im Geschäft läuft alles wieder in vollem Tempo.
Auch der Frühling kommt langsam in die Ostschweiz, das heisst, ich
kann meine Freizeit wieder auf dem See oder dem Golfplatz verbringen.
Ich wünsche Euch allen einen schönen Frühling, Gesundheit
und viel Glück.
Bis zum nächsten Eintrag viele Grüsse Moritz
Montag 6. Juni 2005
Heute hatte ich den geplanten Kontrolluntersuch
an der UNI-Klinik ORL bei Prof. Dr. Schmid. Heute wurden die bildgebenden
Verfahren angewandt zB. PET-CT, Ultraschall etc.
Die Resultate waren alle sehr erfreulich auch die Untersuche mit der Kamera
hat Herr Prof. Schmid selbst gemacht und war auch da sehr zufrieden.
Mich hat es natürlich riesig gefreut und ich hoffe, dass bis zum
26. September 2005 alles so bleibt.
Viele Grüsse und einen schönen und gesunden Sommer wünscht
Euch allen.
Moritz
Montag 26. September 2005
Es war heute wieder soweit ich hatte den
geplanten Kontrolluntersuch an der UNI-Klinik ORL bei Prof. Dr.
Schmid.
Die Untersuchungsresultate waren alle gut und unverändert zum letzten
Untersuch.
Es wurden wieder Ultraschallbilder gemacht, um die Knoten zu kontrollieren.
Wiederum war ich sehr erleichtert und habe mich gefreut. Der nächste
Untersuch ist am 16. Januar 2006, ich hoffe, dass alles so bleibt.
Viele Grüsse und einen schönen Herbst und Winter wünscht
Euch allen.
Moritz
Dienstag 27. Dezember 2005
Ich wünsch Euch allen einen guten
Rutsch ins 2006 gute Gesundheit und viel Glück.
Montag 16. Januar 2006
Ein neues Jahr und ein neuer Kontrolluntersuch
an der UNI-Klinik ORL bei Prof. Dr. Schmid.
30 km Stau und viele Unfälle auf der Autobahn. Trotz 1 Stunde Reserve
kam ich nicht zur richtigen Zeit im Uni-Spital an.
Dafür waren die Untersuchungsresultate wiederum alle gut.
Prof. Dr. Schmid hat mit den Endoskope den Hals und die Zunge durch die
Nase kontrolliert.
Er war mit dem Resultat sehr zufrieden und meinte, dass alles bestens
sei.
Zur Sicherheit hat Dr. Storck nochmals das Knötchen auf der rechten
Seite mit Ultraschall kontrolliert und mit dem Computer vermessen. Das
Knötchen ist in der Grösse unverändert seit einem Jahr.
Ich war mit dem Ergebnis natürlich sehr zufrieden und habe mich riesig
gefreut.
Da Prof. Dr. Schmid das UNI-Spital in Zürich als Direktor ORL auf
ende Februar verlässt, ist mein nächster Kontrolluntersuch am
10. April 2006 in der Privat-Klinik
Bethanien in Zürich. Prof. Dr. Schmid kennt meine Krankengeschichte
vom Anfang an. Ich bin darum sehr froh, dass ich weiterhin zu ihm zum
Untersuch gehen kann.
Ich wünsche Euch allen viel Glück und Gesundheit im 2006.
Moritz
Montag 10. April 2006
Heute war ich zum ersten Mal in der neuen,
sehr schönen und modernen Klinik bei Prof. Dr. St. Schmid.
Er hat mich wieder gründlich untersucht und zum Glück keine
negativen Veränderungen festgestellt.
Beim nächsten Untersuch am 3. Juli wird er wieder ein CT machen.
Ich hoffe, dass alles weiterhin so bleibt.
Montag 3. Juli 2006
Heute musste ich wieder zu meinem Kontrolluntersuch
bei Prof. Dr. St. Schmid in Zürich. Zuerst wurde ein CT mit Kontrastmittel
gemacht. Als das Kontrastmittel in der Röhre liegend reingepumpt
wurde, spürte ich eine grosse Wärme.
Der Röntgenarzt erklärte mir nach einer Wartezeit die Bilder.
Er meinte, dass er nichts sehe, was negativ wäre.
Danach musste ich zu Prof. Dr. Schmid. Er hat mich nochmals gründlich
untersucht und zum Glück keine negativen Veränderungen festgestellt.
Nachdem er die Bilder vom CT angeschaut hat, meinte er, dass er sehr zufrieden
sei und nichts ungewöhnliches feststellen kann. Danach nahm mir die
Arzthelferin Blut ab, welches jetzt noch im Labor genau untersucht wird.
Mein nächster Untersuch ist am 20. Dezember. Erstmals wird nur noch
halbjährlich kontrolliert
Sonntag 26.11. 2006
Hallo zusammen. Ihr habt schon lange nichts
mehr gehört von mir. Ja es geht mir immer noch sehr gut. Am nächsten
Montag 4. Dezember muss ich ins SRFT Spital Wil einrücken. Da werde
ich von Dr.
med. Martin Houweling, Orthopädie operiert. Er wird mir mein
linkes Hüftgelenk (welches schon seit vielen Jahren Probleme macht)
durch ein künstliches Hüftgelenk mit der minimal-invasiven Methode
ersetzen. Dieses neue französische Verfahren, welches hier in Wil
angewandt wird, ist weit herum bakannt. Das heisst, wenn alles normal
verläuft, kann ich am Wochenende schon wieder nach Hause. Danach
muss ich laufen oder liegen, jedoch nicht sitzen. Der Zugriff ist von
vorne und beim Sitzen würde die Narbe zu sehr strapaziert. Dr. Houweling
hat schon viele bekannte Sportgrössen nach diesem Verfahren operiert.
Danach, am 20. Dezember muss ich wieder zur Tumor-Kontrolle zu Prof. Dr.
Schmid nach Zürich.
Ich werde mich sicher nochmals vor Weihnachten melden und wünsche
Euch eine gute Zeit.
Dienstag 5.12. 2006
Gestern bin ich ins Spital Wil eingerückt.
Nach den Aufnahmeformalitäten wurden diverse Blut-Untersuchungen,
EKG, Röntgenbilder etc. gemacht. Danach ein Prämedikationsgespräch
mit der Anästhesie-Arztin,
Frau Dr. Antje Schütte. Sie hat mich auf alle Risiken
und möglichen Nebenwirkungen der Spinalanästhesie aufmerksam
gemacht. Nach dem sehr ausführlichen Gespräch habe ich mich
für diese Narkose entschieden. Die Assistenzärtzin Frau Dr.
med. Susanne Jaworski hatte noch einen ganzen Fragekatalog bereit, den
ich ihr gerne beantwortete. Danach hat Dr. Martin Houweling mir die neuen
Röntgenbilder gezeigt und den Ablauf der OP erklärt.
Am Dienstagmorgen um 6.20 Uhr wurde ich geweckt. Morgentoilette und danach
eine Beruhigungstablette. Danach wurde ich in den OP gefahren. Frau Dr.
Antje Schütte machte mir die Spritze für die Spinal-Anästhesie
in den Rücken. Meine Angst war unbegründet, denn ich spürte
nichts von der Injektion. Nachdem ich meine Musikwünsche gesagt habe,
wurden mir Kopfhörer aufgesetzt. Von der ganzen OP spürte ich
nichts, ich hörte nur manchmal die Geräusche der Geräte.
Der Einsatz der Medacta-Prothese (Keramik/Keramikpaarung) dauerte bei
mir ca. 2 Stunden und 40 Minuten. Danach wurde ich wieder aufs Zimmer
gebracht und von den Kranken-Schwestern permanent kontrolliert und mit
Schmerzmitteln versorgt.
Mittwoch 6.12. 2006
Gestern Abend um 17.00 Uhr als die Narkose
abgeklungen war, konnte ich bereits das erste
Mal mit der Gehhilfe und in Begleitung einer Krankenschwester das WC aufsuchen.
Am späten Abend kam dann noch Dr. Martin Houweling auf Visite. Er
hat mir gesagt, dass alles bei der OP problemlos verlaufen sei. In der
Nacht musste ich jedoch noch erbrechen, wahrscheinlich hat mein Magen
die doch vielen Medikamente nicht so gut vertragen. Nach der Einnahme
eines Protonenpumpenhemmers war ich jedoch beschwerdefrei.
Heute am Tag nach der OP konnte ich bereits ohne Begleitung nur mit der
Gehhilfe umherlaufen.
Donnerstag 7.12. 2006
Nach einer problemlosen Nacht konnte ich am Tisch frühstücken
und bereits teilweise ohne Gehhilfen auf der
Etage umherlaufen. Nachmittags wurde nochmals ein Röntgenbild gemacht.
Am Abend, nachdem ich mit dem Therapeuten die Stockwerke über das
Treppenhaus gemeistert hatte, konnte ich problemlos ohne Stöcke laufen.
Dr. Martin Houweling hat mich bei der Visite nochmals untersucht und die
neuen Röntgenbilder erklärt. Er sagt mir, das ich Morgen, also
am 3. Tag nach der OP, entlassen werden kann wenn ich das möchte.
Freitag 8.12. 2006
Heute wurden nochmals diverse Bluttests gemacht. Am Mittag kam
Dr. Martin Houweling und die Assistenzärtzin Frau Dr. med. Susanne
Jaworski zu einer Schlussuntersuchung. Danach wurde ich noch mit allen
Verhaltenstipps versorgt und aus dem Spital entlassen. Ich muss mir jetzt
zu Hause noch während 6 Wochen täglich eine Fragmin-Spritze
verpassen , um das Tromboserisiko zu senken. Mein Dank gilt auch dem ganzen
Pflegepersonal die mich sehr gut pflegten und verwöhnten.
Sonntag 10.12. 2006
Nach einem sehr angenehmen Wochenende,
wo ich mich überall ohne Probleme bewegen, sprich zügig laufen
konnte, freue ich mich über die sehr gelungene Hüft-OP. Bis
jetzt bereue ich meinen Entscheid in keiner Weise. In der Woche 51 werden
noch die Fäden gezogen und danach sollte das Leben wieder normal
weitergehen.
Mittwoch 20.12. 2006
Heute war ich für meinen Tumor-Kontrolluntersuch bei Prof.
Dr. Schmid in Zürich. Nach einer gründlichen
Untersuchung und nach der Beurteilung vom CT-Bild, hat mir Prof. Dr. Schmid
mitgeteilt, dass alles sehr gut aussieht und ich keine Bedenken haben
muss.
Für uns ist dies ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk.
Mein neues Hüftgelenk funktioniert sehr gut und ich denke, dass im
Januar mit dem Laufen alles wieder normal geht.
Ich wünsche Euch allen ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Start
ins neue Jahre und gute Gesundheit.
Freitag 23.2. 2007
Mein Kontrolluntersuch für meine Hüfte bei Dr. Howeling
war sehr gut verlaufen. Ich kann wieder alles normal machen ,auch Sport
ist kein Problem mehr. Ich spüre keinen Schmerz mehr in meiner Hüfte.
Montag 18.6. 2007
So Ihr Lieben. Seit einem halben Jahr melde ich mich wieder. Smile.
Ich war heute wieder bei Prof. Dr. Stephan Schmid zur Tumorkontrolle.
Der Untersuch war sehr gut verlaufen. Zuerst musste ich in die Röhre
und ein CT machen. Danach war noch die klinische Untersuchung. Gott sei
Dank war wieder alles ok. Der nächste Untersuch ist erst wieder am
10. Dezember 2007. Meine neue Hüfte ist super. Ich spüre gar
nichts mehr, wie wenn es meine eigene wäre.Ich wünsche Euch bis dahin
auch eine gute Zeit und einen schönen Sommer.
Mittwoch 7.11. 2007
Ich bin mit meinen 3 Golf-Kollegen seit dem 31.Oktober auf Gran
Canaria in den Golfferien. Heute am Mittwoch 7.11. hatte ich während
und nach dem Golfspiel einen gewissen unangenehmen Druck auf der Brust.
Etwas verunsichert und nach Rücksprache und auf Anraten meiner Frau Martina,
meldete ich mich bei meiner Versicherung wegen eventuellem vorzeitigem
Rückflug. Nachdem ich mit dem TCS Schweiz betreff meiner Auslandskranheitsversicherung
telefoniert hatte, wurde ich direkt mit einem Arzt der Rega Schweiz verbunden.
Nach einer telefonischen Ferndiagnose wurde ein Herzinfarkt diagnostiziert.
Die Rega hat darauf ein Cardio-Spital auf der Insel kontaktiert und mir
gesagt ich solle mich unmittelbar in dieses Spital bringen lassen. In
der Notaufnahme wurde nach diversen Untersuchungen ein Infarkt bestätigt.
Darauf wurde ich auf die Intensivstation verlegt und entsprechend behandelt.
Für Martina wurde vom TCS sofort ein Flug nach Gran Canaria gebucht und
schon am Freitagmorgen ist sie zu meiner Freude und Beruhigung in Playa
del Ingles eingetroffen. Da meine Kollegen am Samstag wieder nach Hause
reisten, war dann Martina täglich für mich da. Nach 5 Tagen auf der Intensivstation
wurde ich auf die Normalstation verlegt. Am 16.11. wurde ich ins Hotel
"Costa Canaria", das gegenüber der Klinik lag, entlassen. Hier
konnte ich mich mit Martina noch 10 Tage erholen. Nach einem letzten Check
in der Clinik Roca und nach Rücksprache mit der Rega Schweiz wurde mir
am 26.11. ein Rückflug in die Schweiz erlaubt. Der Flug nach Kloten verlief
ohne Probleme.
Dienstag 4.12.2007
In der Herzklinik Kreuzlingen wurde ich gründlich untersucht. Die
Aezte stellten einen Hinterwand-Infarkt fest. Darauf erhielt ich einen
neuen Termin für den 10. Dezember für eine Herzkatheter-Untersuchung.
Montag 10.12.2007
Am Morgen um 10.00 Uhr habe ich mich am Empfang in der Herzklinik
Kreuzlingen gemeldet und konnte sofort mein Zimmer beziehen. Um 13.30
Uhr wurde ich in das Herzkatheter-Labor gefahren und vom Chefarzt
Dr. Michael Pieper empfangen. Der Kardiologe Dr.Michael Pieper hatte
mir in der Leistengegend einen Herzkatheter in die Körperschlagader eingeführt,
ihn bis vor die linke Herzkammer geschoben und dann ein Kontrastmittel
in die Blutbahn gespritzt. Auf dem Bildschirm der Röntgenkamera hatte
ich mein Herz im Halbdunkeln gesehen wie es pulsiert. Es ist für den Kardiologen
eine Herausforderung, den Herzkatheter mit dem Führungsdraht an die gewünschte
Stelle zu dirigieren, durch alle Windungen, Kurven und Verzweigungen dieses
Netzes hindurch. Schwarz zeichnet sich auf dem Bildschirm der Draht ab;
immer wieder muss er hinausgezogen und die Spitze aufs neue gedreht werden,
damit sie an einer Kreuzung die richtige Abzweigung zur "Unfallstelle"
erreicht, zu einem verengten Gefäss, wo Ablagerungen aus Fett und Kalk
den Blutstrom hindern und, im Ernstfall eines Infarktes, unterbrechen.
Wo man mit dem Führungsdraht hinkommt, lässt sich auch etwas machen. Dilatieren
zum Beispiel. Ein Ballon, in die Verengung geschoben, wird mit Hochdruck
aufgepumpt und das Gefäss damit gedehnt, bis es wieder fast normalen Durchmesser
hat. Gefässe bis hinunter zu 2,5 mm und manchmal gar 2 mm Durchmesser
werden dilatiert. Falls nötig, kann man zusätzlich eine Gefässstütze montieren.
Dieser sogenannte Stent ist ein zwei, drei Zentimeter langes Drahtgewebe,
das, verpackt in ein Plasticrohr, an Ort und Stelle gebracht wird. Wird
das Rohr abgezogen, entspannt sich das Drahtgewebe, geht auf und presst
sich an die Innenwand des Gefässes. Zwei röntgendichte Marker an beiden
Enden des Stents helfen, ihn richtig zu platzieren. Die Befriedigung,
die Sache richtig gemacht zu haben, rührt vom Umstand her, dass man den
Erfolg unmittelbar am Bildschirm sieht. Engstelle orten, Dehnen mit Ballon,
Setzen eines Stents - die Rohrleitung ist saniert.
Bei mir hat Dr.M.Pieper einen 4 x 16mm Stent eingesetzt und danach die
vorderen Herzkranzgefässe auch noch untersucht.
Zu meiner Freude hat sich mein Herz seit dem 7.11.2007 wieder ziemlich
gut erholt. Am Dienstag 11.12. wurde ich bereits wieder aus der Herzklinik
entlassen. Ab dem 1.Januar 2008 darf ich wieder 50% arbeiten. Wie es weitergeht,
werden wir dann sehen.
Donnerstag 20.12.2007
Am Donnerstagmorgen war ich wieder zu meinem halbjährlichen Kontrolluntersuch
bei Prof. Schmid in der Bethanienklinik in Zürich. Der Untersuch
verlief zu unserer aller Freude wieder sehr positiv. Die nächste Tumorkontrolle
ist erst wieder am 2 Juni 2008.
Wir wünschen Euch allen ein besinnliches und schönes Weihnachtsfest einen guten Rutsch ins 2008 und viel Glück und Gesundheit im neuen Jahr.
Viele Grüsse und vielen Dank Moritz + Martina
Holenstein
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